Demokratie gibt es nicht von der Zuschauerbank aus: Dialog im gegenseitigen Respekt ist eine Herausforderung in schwierigen Zeiten

Berlin, 18. Oktober 2016: 2.FORUM FriedensBrot

Groß war und ist die Zahl der Aktivitäten von FriedensBrot. Überaus positiv war und ist darauf die Resonanz von Mitgliedern und Öffentlichkeit. Dieses Fazit zogen nach der diesjährigen Mitgliederversammlung des Vereins FriedensBrot e.V. am 18. Oktober 2016 der Vorsitzende Adalbert Kienle und Geschäftsführer Dr. Gibfried Schenk. Dies bestätigte sich auch beim anschließenden öffentlichen FORUM FriedensBrot 2016 im Besucherzentrum der Gedenkstätte Berliner Mauer.

Der Dialog im gegenseitigen Respekt sei eine Daueraufgabe und Herausforderung gerade in schwierigen Zeiten. Demokratie gebe es nicht von der Zuschauerbank aus. Umso wichtiger sei der Austausch über grundlegende Zusammenhänge von Landwirtschaft, Frieden und Erinnern, betonte der Vorsitzende Kienle, zumal der gegenwärtige Zustand Europas vielerlei Anlaß zur Besorgnis gebe. Mit seinen Aktivitäten wie der diesjährigen FriedensBrot-Konferenz im ungarischen Szarvas und dem zum zweiten Mal in Berlin durchgeführten Forum unterstreiche der Verein seinen Anspruch, einen Beitrag für „Frieden und Zusammenhalt auf dem Land zu schaffen“. Ein vielfach beachtetes Symbol hierfür sei das zum elften Mal ausgesäte Roggenfeld im ehemaligen Todesstreifen an der Berliner Mauer.

Dieses Roggenfeld als wichtiger Bestandteil der Gedenkstätte Berliner Mauer an der Bernauer Straße könne die zahlreichen Besucher anregen, sich über Fragen von Landwirtschaft und Frieden in Geschichte und Gegenwart Gedanken zu machen, sagte in einem Grußwort der Direktor der Stiftung Berliner Mauer, Prof. Axel Klausmeier.

Die FriedensBrot-Initiative sei angesichts der aktuellen Kontroversen um die Zukunft Europas ein wichtiger zivilgesellschaftlicher Beitrag, betonte der Vorsitzende des Clubs der Agrardiplomaten in Deutschland, Arnaud Brizay.

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Schumann und Schöne erinnerten daran, wie schwierig die Lage der DDR-Landwirtschaft in den 80er Jahren geworden war. So wie die Planwirtschaft grundlegenden Anforderungen nicht mehr gerecht wurde, so setzte sich inoffiziell eine Parallelwirtschaft mit marktwirtschaftlichen Zügen durch, die von den Akteuren in der Landwirtschaft „Kreativität und Bauernschläue“ erfordert hätten.

Was wiederum Anlass für willkürliche Eingriffe durch die Staatssicherheit geboten habe, betonte Schöne. Die insgesamt schwierige Lage auf dem Land und der vollständige Vertrauensverlust in die politischen Institutionen hätten dazu geführt, dass 1989 in den Dörfern eine enorme Wendestimmung geherrscht habe. Aktuell sei das gravierendste Problem in der ostdeutschen Landwirtschaft die fortschreitende Vermögenskonzentration, sagte beide Gesprächspartner übereinstimmend. Das Ziel des breit gestreuten Eigentums sei in Gefahr, es drohe eine Zerstörung der ländlichen Kultur bei Fortsetzung solcher Konzentrationsprozesse.

Am Rande der Veranstaltung berichtete Frau Garbers-Sumpf, KWS Lochow GmbH, über die Aktion des Studenten und „Radreporters“ Kristof Stolze. Kristof war 2015 20 Tage auf den Spuren des Roggens unterwegs. Letzte Station war am 15. Juni das Roggenfeld an der Bernauer Straße in Berlin. Vertreter des Vereins FriedensBrot und der Evangelischen Versöhnungsgemeinde informierten Kristof über das Projekt.

Fotos:

Rüdiger Pelikan
Gibfried Schenk
http://www.kws.de/aw/Roggen/VorsprungPlus/Der-Roggenweg/~gpjh

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