Szarvas, Ungarn, 22.-23. September 2016

Ohne Zweifel ein voller Erfolg: Minister Dr. Sándor Fazekas, Ungarn, Dr. Christian Schmidt, Deutschland, und weitere hochrangige Vertreter der Landwirtschaftsministerien aus den zwölf Partnerländern des Projektes FriedensBrot trafen sich zwölf Jahre nach EU-Beitritt der überwiegenden Zahl dieser Länder am 22. und 23. September gemeinsam mit mehr als 40 zivilgesellschaftlichen Vertretern des FriedensBrot-Forums „Frieden und Landwirtschaft“ in Szarvas.

Die zivilgesellschaftlichen Mitglieder der deutschen Delegation waren Daniel Kopperschmidt (Vorstand Bund Deutscher Landjugend, 2. v. li.), Silke Weyberg (Mitglied FriedensBrot e.V., 3. v.li.), Jochen Grünhagen (Landwirt, 4. v.li.), Dr. Marion Schenk und Dr. Gibfried Schenk (Geschäftsstelle FriedensBrot e.V., 5. u. 6. v.li.), Anton Blöth (Vorstand FriedensBrot e.V.) und Christoph Hofmann (Direktor Agrarprodukte BASF Ungarn, nicht im Bild). Begleitet wurde die Delegation von den Dokumentarfilmern Donat Schober (1. v.li.) und Rüdiger Pelikan (1. v.re.).

In einer Begrüßungszeremonie am Nachmittag des 22. September in der Alten Lutherischen Kirche in Szarvas würdigte der ungarische Minister für Landwirtschaft Dr. Sándor Fazekas das Projekt FriedensBrot als wichtiges Symbol für den Zusammenhang von Frieden und nachhaltiger landwirtschaftlicher Erzeugung in Europa. Er unterstrich, dass die europäische Landwirtschaft neben ihren wirtschaftlichen Leistungen zur Versorgung der Bevölkerung auch die damit verbundenen Traditionen und Feiertage pflegt. Traditionen helfen, die Zukunft auf der Grundlage gemeinsamer Werte zu meistern.

Der Bundesminister für Ernährung und Landwirtschaft Dr. Christian Schmidt erklärte in seinem Grußwort: „Die Friedensbrotinitiative zeigt, dass eine nachhaltige und starke Landwirtschaft der beste Nährboden für Frieden und Verständigung in Europa ist. Mehr als 500 Millionen Bürgerinnen und Bürger in der EU können auf die Leistungen und die Erzeugnisse der Bäuerinnen und Bauern vertrauen.“ Weiter forderte Schmidt: „Wir müssen die Wertschätzung der Menschen für die Landwirtschaft und damit auch für unsere europäische Landwirtschaftspolitik stärken. Die Landwirtschaft gehört in die Mitte der Gesellschaft.“

Svilen Kostov, Stellvertretender Bulgarischer Minister für Landwirtschaft und Umweltschutz unterstrich, dass die FriedensBrot-Bewegung eine ausgezeichnete Gelegenheit sei, Partnerschaften zu schaffen, bei denen sich die Zusammenarbeit über die Landwirtschaft hinaus auf andere verwandte Bereiche erstreckt.

Mihaly Babak, Bürgermeister von Szarvas, ging auf die wechselvolle Geschichte seines Ortes ein, dessen Bewohner mit viel Arbeit und Mühe auch schwierige Zeiten überbrückten und wissen was es bedeutet, in Frieden leben zu können.

Dr. Gibfried Schenk, Geschäftsführer des Vereins FriedensBrot e.V., bedankte sich im Namen aller zivilgesellschaftlichen Teilnehmer aus den zwölf Partnerländern bei den ungarischen Gastgebern für die Einladung zur dritten Internationalen Konferenz „Frieden und Landwirtschaft“ im wunderschönen Szarvas in der Mitte Ungarns. „Besonders stolz sind wir“, so Schenk, „dass heute eine hochrangige Runde unserer Landwirtschaftsminister diese Konferenz nutzt, um mit uns gemeinsam das FriedensBrot-Projekt weiter zu tragen. Wir freuen uns, dass Sie, liebe Agrarpolitiker, unsere Idee so tatkräftig unterstützen!“ Schenk weiter: „In der internationalen Politik gibt es viele Konflikte, Probleme, ja und gelegentlich auch Meinungsverschiedenheiten zwischen Freunden in Europa und in der Europäischen Union. Umso wichtiger ist es Menschen zusammen zu bringen, sich zivilgesellschaftlich zu engagieren und mehr miteinander, weniger übereinander zu reden.“

In einem kurzen Dokumentarfilm-Beitrag erinnerten die Gastgeber eindrucksvoll an den Ungarischen Aufstand von 1956.

Im weiteren Verlauf der Begrüßungszeremonie würdigten der lutherische Dekan Zsolt Lázár, der evangelische Pfarrer Attila Pentaller und der römisch-katholischer Priester Abrose Seidl in einem ökumenischen Gottesdienst das FriedensBrot 2016.

Die Vertreter der Kirchen übergaben gemeinsam mit den Ministern Dr. Sándor Fazekas und Christian Schmidt das frisch gebackene FriedensBrot an den stellvertretenden bulgarischen Minister Svilen Kostov. Bulgarien wird die FriedensBrot-Konferenz 2017 austragen.

Alle Teilnehmer der feierlichen Begrüßung erhielten beim Verlassen der Kirche ein kleines FriedensBrot zur Erinnerung.

Der Abend des 22. September klang mit einem Galadinner im prunkvollen Festsaal des Árpád Hotels aus. Der Generaldirektor des Nationalen Agrarforschungs- und Innovationszentrums (NAIK) Norbert Somogyi begrüßte die Teilnehmer.

Anschließend verlieh Dr. Schenk, unterstützt durch die Minister Dr. Fazekas und Dr. Schmidt, den neu geschaffenen Titel „FriedensBrot-Botschafter“ an den Botschaftssekretär der ungarischen Botschaft in Berlin Nandor Beki und an den Bürgermeister von Suchowola, Polen, Michal Matyskiel. Diesen Titel sollen Menschen tragen, die sich in besonderem Maße für das gemeinsame Projekt FriedensBrot verdient gemacht haben. Sie werden damit persönliche Ehrenmitglieder des internationalen Forums „Frieden und Landwirtschaft“.

Ein weiterer Höhepunkt des Abends war die Aufführung traditioneller ungarischer Volkstänze.

Den Vormittag des 23. Septembers nutzten die Vertreter der Ministerien für ihre Beratung im Körös-Maros National Park Conference Center zu „12 Länder / 12 Jahre in der Landwirtschaft – die Zukunft der Gemeinsamen Agrarpolitik”.

Die zivilgesellschaftlichen Teilnehmer begaben sich auf eine Exkursion zur Reisforschungsstation des NAIK, zur traditionellen historischen Pferdekraft-betriebenen Mühle, in der das FriedensBrot-Mehl 2016 gemahlen wurde und zu einer Kunst- und Handarbeitsmanufaktur.

Am Nachmittag zogen die zivilgesellschaftlichen Teilnehmer dann in das Konferenzzentrum zu Ihrem Workshop „Junge Generation und ländlicher Raum. Widerspruch oder Zukunft? – Nachhaltige Erfolgsmodelle in den Mitgliedsländern“ ein.

Gastgeber und Geschäftsführer des ungarischen FriedensBrot-Vereins Mihaly Jansco und Dr. Schenk begrüßten und erläuterten den Ablauf. Daniel Kopperschmidt, Mitglied des Vorstandes des Bundes Deutscher Landjugend, und Svetoslav Rusalov, Präsident der Bulgarischen Assoziation der Getreideproduzenten, Gastgeber der FriedensBrot-Konferenz 2017, führten in die fachliche Thematik ein.

Eine wichtige Erklärung gaben die Delegationen Estlands und Lettlands ab. Sie werden gemeinsam die Konferenz „Frieden und Landwirtschaft“ im Jahre 2018 veranstalten.

Drei Arbeitsgruppen wurden gebildet und zogen sich zu separaten Gesprächen zurück:

Gruppe 1 zur ökonomischen Dimension des Themas unter Leitung von FriedensBrot-Botschafter Michal Matyskiel, Polen,
Gruppe 2 zur sozialen und kulturellen Dimension unter Leitung des Gastgebers Mihaly Jancso, Ungarn,
Gruppe drei zur ökologischen Dimension unter Leitung von Arvids Krivens, Lettland.

Anhand der drei Felder der Nachhaltigkeit: Ökonomie, Ökologie und Soziales trugen die Arbeitsgruppen je zwei oder drei Erfahrungen aus ihrem jeweiligen unmittelbaren Umfeld zusammen. Diese besten Ideen fanden Eingang in folgende gemeinsame Erklärung „Keine Zukunft in der Landwirtschaft ohne Jugend“ („No Future in Agriculture without Youth”), die im Plenum verabschiedet werden konnte:

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