AgriCOOLture: Professionalität und Emotion

„Nachhaltigkeit und Herausforderungen des Klimawandels für die Landwirtschaft in Zentral- und Osteuropa“

6. Europäische Jahreskonferenz „Frieden und Landwirtschaft“ in Vilnius, Litauen am 19.-21. September 2019

19. September 2019

Bei herzlichem Empfang mit einem Brot als Überraschungsgeschenk im Hotel Courtyard by Mariott Vilnius City Center erreichten die mehr als 70 Teilnehmer auf Einladung des Ministeriums für Landwirtschaft und der Landwirtschaftskammer der Republik Litauen den Tagungsort Vilnius.

Der Litauische Landwirtschaftsminister Andrius Palionis und der Präsident der Landwirtschaftskammer Arūnas Svitojus luden zum Welcome Dinner in das Tagungszentrum auf der malerisch gelegenen Insel Trakai. Minister Palionis begrüßte die Teilnehmer. Alte Bekannte des FriedensBrot-Netzwerkes tauschten sich aus. Auch neue Teilnehmer fanden schnell ins Gespräch.

20. September 2019

Am frühen Morgen führte der Weg zunächst zu einer FriedensBrot-Zeremonie in den Dom von St. Stanislaw und St. Wladislaw in Vilnius.

Für den Hauptteil der Konferenz wählten die Gastgeber die zu einem Tagungszentrum ausgebaute historische Mühle Belmontas in Vilnius aus. Jedes Detail – vom Anstecker über Mikrofone, Fahnen bis hin zur Tagungsmappe – war liebevoll und professionell vorbereitet.

Mit einem Eingangsstatement begrüßte Dr. Arūnas Svitojus die Teilnehmer und führte in die Thematik ein.
Sich die Hände reichend erinnerten die Teilnehmer an den „Baltischen Weg“ vom 23. August 1989, die Menschenkette von Vilnius in Litauen, über Riga in Lettland bis nach Tallin in Estland – eine der symbolischen Aktionen, die zum Zerfall der Sowjetunion und zur Unabhängigkeit der heute in der Europäischen Union vereinten drei Baltischen Staaten führte.

Die traditionell zweigeteilte Jahreskonferenz des FriedensBrot-Netzwerks startete in diesem Jahr erstmals mit dem Workshop der zivilgesellschaftlichen Vertreter. Als Titel des Workshops wählten die Gastgeber: „Die Zukunft junger Landwirte in Zentral- und Osteuropa – Nachhaltigkeit und Herausforderungen des Klimawandels“ – Best-Practice-Beispiele.
Josiane Willems (Europäischer Wirtschafts- und Sozialausschuss, EWSA) und Lukas Stede (Bund Deutscher Landjugend) hielten Grußworte. Die Moderatoren des Vormittags Dr. Gibfried Schenk (FriedensBrot e.V.) und Dr. Algis Gaižutis (Litauische Assoziation der Waldbesitzer) führten in den Ablauf des Workshops ein.

Lukas Stede nannte beispielhaft konkrete Aktionen der deutschen Landjugend wie ein Aufforstungsprogramm und landesweite Blühstreifenanlagen zum Schutz der Bienen und anderer Insekten. Die nachfolgende Diskussion nahm einige seiner Fragen auf: “Was können Farmer gegen den Klimawandel tun und wie wirtschaften sie nachhaltig in einem internationalen Markt, um Nahrungsmittel hoher Qualität für die wachsende Weltbevölkerung zu erzeugen und am Ende auch noch Geld für ihre Familien zu verdienen? Wie können wir die Zukunft späterer Generationen sichern ohne einen Keil durch unsere Länder zu treiben, der die Gesellschaft spaltet? Wie können wir die urbane und ländliche Bevölkerung zusammenbringen und für ein besseres Verständnis zwischen den verschiedenen Realitäten beider beitragen?“

Überaus lebendige Diskussionen in drei regionalen Arbeitsgruppen (Gruppe Nord: Estland, Lettland, Litauen, Polen / Gruppe Zentrum: Deutschland, Slowakei, Tschechische Republik, Ungarn / Gruppe Süd: Bulgarien / Rumänien, Slowenien) schlossen sich an. Anton Blöth (Deutschland), Ruve Šank (Estland) und Marko Hrastelj (Slowenien) trugen die Ergebnisse vor. Ruve Šank erinnerte u.a. an Vorbereitungen zum internationalen Jahr des Roggens im Jahre 2025 und stellte Läsma Lapina vor, eine junge lettische Landwirtin. Diese berichtete über den Start ihres Instagram-Accounts vor einigen Monaten. Dort zeigt sie Städtern, dass Landwirtschaft nicht nur für Männer, sondern auch für Frauen interessant ist. Sie selbst sieht sich als eine Landwirtschafts-Influencerin. Anton Blöth unterstrich besonders die Bedeutung interessanter neuer Geschäftsmodelle. Marko Hrasteli forderte unter anderem besseren Zugang junger Landwirte zu Ackerland.

Zusammenfassung der Arbeitsgruppen:

Gruppe Nord:

Estland, Lettland, Litauen, Polen

Gruppe Zentrum:

Deutschland, Slowakei, Tschechische Republik, Ungarn

Gruppe Süd:

Bulgarien, Rumänien, Slowakei

Dr. Gaižutis und Dr. Schenk konnten zusammenfassend schließlich vier gemeinsame Schwerpunkte einer zukunftsfesten Landwirtschaft herausstellen:

(1) Forschung und Nutzung neuer Technologien,
(2) Bildung und Attraktivität für junge Menschen,
(3) Kommunikation in Richtung Berufsstand und Gesellschaft sowie
(4) eine auf regionale Gegebenheiten und dem Schutz des Bodens ausgerichtete langzeit-orientierte Landbewirtschaftung.

Damit ging es den zivilgesellschaftlichen Teilnehmern besonders um eine für junge Menschen attraktive, moderne und in der Gesellschaft geachtete, nachhaltige Landwirtschaft. Dazu passt der Begriff AgriCOOLture: Landwirtschaft ist cool!

Der zweite Teil der Konferenz begann mit dem Referat des Ministers des Gastlandes Andrius Palionis und dem von John Bryan vorgetragenen Grußwort des EWSA. Anschließend unterstrichen hochrangige Vertreter der Landwirtschaftsministerien der Partnerländer die Komplexität der Herausforderungen, denen sich die Europäische Landwirtschaft der Zukunft stellen muss und gaben interessante Einblicke in ihre jeweilige Sicht auf die Neugestaltung der Gemeinsamen Agrarpolitik.

Minister Palionis nutzte die Gelegenheit und überreichte der Slowenischen Landwirtschaftsministerin Alexandra Pivec das Litauische FriedensBrot als symbolischen „Staffelstab“ für die Austragung der Jahreskonferenz 2020 in ihrem Land. Ministerin Pivec und Tone Hrovat, der Direktor des GRM NOVO MESTO – ZENTRUM für Biotechnik und Tourismus, dem zivilgesellschaftlichen Partner des internationalen FriedensBrot-Netzwerkes, laden herzlich ein.

Mit einem festlichen Abendempfang im Konferenz- und Freizeitzentrum Kernaves Bajoryne klang der Hauptteil der Konferenz aus. Traditionelle litauische Musik begrüßt die Gäste.

Die Schirmherrin des internationalen Projektes FriedensBrot, Bundesministerin für Ernährung und Landwirtschaft Julia Klöckner, würdigte die Initiative, die ein Rahmen sei, „in dem wir mit- und voneinander lernen und uns auch über alle Unterschiede hinweg miteinander verständigen können.“ Gerade in diesem Jahr, in dem sich der Fall der Mauer zum 30. Mal jährt, sei die FriedensBrot-Initiative „ein starkes Zeichen für den Zusammenhalt unserer Länder“, betonte die Ministerin.

Der Verein FriedensBrot e.V. überreicht der Schirmherrin des internationalen Netzwerkes „Frieden und Landwirtschaft“ ein vom armenischen Künstler Chavarch Khatchatrian gefertigtes Modell des ehemaligen Turmkreuzes der 1985 auf dem Mauerstreifen an der Bernauer Strasse gesprengten Versöhnungskirche, dem Ort der heutigen Gedenkstätte Berliner Mauer.

In Anwesenheit der Schirmherrin wird Mindaugas Milinis, Agrardiplomat der Botschaft der Republik Litauen in Berlin als FriedensBrot-Botschafter 2019 ausgezeichnet.

Eine FriedensBrot-Torte wird angeschnitten. Gute Gespräche, ein großartiges Menü, Tanz und ausgelassene Stimmung lassen den Abend ausklingen.

21. September 2019

Am Vormittag vor der Heimreise folgte ein großer Teil der zivilgesellschaftlichen Tagungsteilnehmer einer Einladung der litauischen Gastgeber in den Agrotourismus-Betrieb „Dalgedų sodyba“. Die Geschichte des Brotbackens, des Flaxanbaus, Ostereierbemalen und ein deftiges Mittagessen gaben einen großartigen Einblick in das Leben der litauischen Landbevölkerung vergangener Jahrhunderte. Höhepunkt war das Backen köstlicher eigener Brote.

Der Vorsitzende des Vereins FriedensBrot e.V. Blöth, Geschäftsführer Dr. Schenk und der Stellv. Vorsitzende der Litauischen Landwirtschaftskammer, Sigitas Dimaitis nutzten die Gelegenheit zur Unterzeichnung einer Kooperationsvereinbarung.

Wunderschöne Gruppenfotos hier abschließend als Dankeschön für die großartigen litauischen Gastgeber!

Fotos: Litauische Landwirtschaftskammer, Julian-Philipp Haase, Gibfried Schenk

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