Berlin, 24. Juli 2026 – An der Kapelle der Versöhnung auf dem Gelände der Gedenkstätte Berliner Mauer wurde am 22. Juli 2026 zum 21. Mal das Roggenfeld geerntet. Es war zugleich die vierzehnte Ernte, die im Rahmen des Projekts FriedensBrot stattfand.
Das rund 2.000 m² große Roggenfeld im ehemaligen Grenzstreifen ist ein bedeutender Bestandteil der Gedenkstätte Berliner Mauer. Der Roggen erinnert an die deutsche Teilung und steht zugleich als Symbol dafür, dass nach Trennung und Gewalt neues Leben und neues Wachstum möglich sind.
Seit nunmehr 20 Jahren übernehmen Studierende der Humboldt-Universität zu Berlin die Aussaat, Pflege und Ernte des Roggenfeldes und leisten damit einen wichtigen Beitrag zum Erhalt dieses besonderen Erinnerungsortes.
Während am Tag der Ernte wechselhafte Wetterbedingungen herrschten, führten die hohen Temperaturen während der rund zehn Tage anhaltenden Hitzeperiode im Juni dazu, dass sich vermehrt sogenannte Schmachtkörner bildeten. Dadurch fiel die Ernte mit etwa 300 bis 400 Kilogramm geringer aus als in den Vorjahren. Der Roggen wird zu Brot, Brötchen und Oblaten verarbeitet. Ein Teil des Roggenmehls wird zudem gemeinsam mit Mehl aus den elf mittel- und südosteuropäischen Partnerländern und zwei Gastländern der Internationalen Konferenz „Frieden und Landwirtschaft“ zu einem paneuropäischen FriedensBrot verarbeitet. Dieses steht als Zeichen der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit sowie des gemeinsamen Engagements für Frieden, Versöhnung und Verständigung in Europa.
Das Friedensbrot wird traditionell im jeweiligen Gastgeberland der Internationalen Konferenz „Frieden und Landwirtschaft“ gebacken. Die kommende 12. Konferenz findet vom 6. bis 9. Oktober 2026 in Bulgarien statt. Dort wird das FriedensBrot anschließend symbolisch an das Gastgeberland der Konferenz 2027, Litauen, übergeben und damit die symbolische Staffel für das kommende Jahr weitergereicht.