Boden der Roggenfelder an der Gedenkstätte Berliner Mauer verbessert

Rechtzeitig zum 30. Jahrestag des Falls der Berliner Mauer

Ein wesentlicher Bestandteil der Gedenkstätte Berliner Mauer entlang der Bernauer Straße zwischen Acker- und Brunnenstraße ist der jährliche Anbau von Roggen an der Kapelle der Versöhnung. Dieses Projekt geht auf eine Idee des Bildhauers Michael Spengler zurück, der im Jahr 2006 gemeinsam mit der Gemeinde der Versöhnungskirche rund um die Kapelle der Versöhnung Roggen säte, um ein Sinnbild für das Werden und Entwickeln, das Reifen und Vergehen in der Natur wie im menschlichen Leben zu etablieren.
Seit 2014 wird Roggensaat der Mauergedenkstätte zusätzlich in den elf Partnerländern des Europäischen FriedensBrot-Projektes angebaut: in Bulgarien, Estland, Kroatien, Lettland, Litauen, Polen, Rumänien, Slowakei, Slowenien, der Tschechischen Republik und Ungarn.
Seit der ersten Ernte im Jahr 2006 wird das Vorhaben von Agrarwissenschaftlern der Humboldt-Universität zu Berlin wissenschaftlich begleitet und technisch unterstützt. Dazu zählt das jährlich erneute Bearbeiten des Bodens, die Aussaat von Roggen Ende September/Anfang Oktober, die Pflege der wachsenden Pflanzenbestände im darauffolgenden Frühjahr und schließlich die Ernte des reifen Getreides gegen Ende Juli jeden Jahres. Am 23. Juli 2020 wurde die 15. Ernte in Folge eingebracht. Diese fiel mit einem Flächenertrag von lediglich 8,3 dt ha-1 allerdings mehr als bescheiden aus. Dies ist etwa ein Zehntel dessen, was in der landwirtschaftlichen Praxis erzielt wird. Grund dafür war vor allem der unbefriedigende Zustand des Bodens, welcher im Zuge des Ausbaus der Gedenkstätte in den Jahren 2010/11 anstelle des ursprünglich gewachsenen natürlichen Bodens eingebracht worden war. Dabei handelt es sich um ein komposthaltiges Substrat, wie es üblicherweise im Garten- und Landschaftsbau eingesetzt wird. Für die ackerbauliche Bewirtschaftung zum jährlichen Anbau von Roggen erwies es sich jedoch als denkbar schlecht geeignet. Durch die wiederholende Bearbeitung kam es zur Vermullung des Bodens, in deren Folge sich seine Struktur zunehmend verschlechterte. Damit wurde vor allem die Wasser- und Nährstoffspeicherfähigkeit stark beeinträchtigt, so dass die Pflanzenbestände bereits im Frühjahr nicht mehr ausreichend versorgt werden konnten und bis zum Sommer einen sehr dürftigen Zustand ergaben.
Um diesen gravierenden Mangel zu beheben, wurde im Jahr 2018 gemeinsam mit der Stiftung Berliner Mauer beschlossen, ein Projekt zur Verbesserung der Bodensituation durchzuführen. Nach zweijährigen Vorbereitungen konnte es nunmehr vom 21. bis 24. September 2020 umgesetzt werden. Die dazu erforderlichen Arbeiten übernahm die Firma BIOWORK GmbH aus Groß Kreutz, Kreis Potsdam-Mittelmark (Brandenburg) (http://www.biowork-gmbh.de/). Sie lieferte 200 m3 ackerbaulich genutzten Lehmboden von einer Mutterboden-Deponie im Landkreis Havelland (Brandenburg) an und verteilte diesen guten Mineralboden in einer Höhe von ca. 10 cm gleichmäßig auf allen Parzellen der rund 2000 m2 umfassenden Fläche der Roggenfelder. Für die nun folgende 16. Roggensaat steht damit ein bodenphysikalisch wie bodenchemisch grundlegend verbesserter Standort zur Verfügung, welcher das Wachstum, die Entwicklung und Ertragsbildung des Getreides wesentlich positiv beeinflussen wird, so dass für 2021 eine erfreulichere Erntebilanz erwartet werden kann.

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